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Geschichte des Capoeira
Capoeira ist eine brasilianische Kampfkunst. Sie unterscheidet sich von den üblichen, asiatischen Kampfsportarten vor allem dadurch, dass die Bewegungen sehr fließend sind und außerdem auch Musik und viel Spaß eine groß Rolle spielen. Da es eine sehr vielseitige Sportart ist, lässt es sich schlecht kategorisieren, viele bezeichnen es als Kampfsport, andere als Tanz und einige sehen darin schon fast eine Lebensphilosophie.
Ihren Ursprung hat die Capoeira der Legende nach in Afrika bzw. bei den Sklaven, die vor einigen hundert Jahren von Afrika nach Brasilien gebracht wurden, und dort von den europäischen Kolonialherren zur Arbeit auf den Zuckerrohrplantagen gezwungen wurden. Offiziell durften die Sklaven keine Kampfübungen betreiben, demnach bauten sie diese in die Ausübung ihrer kulturellen Tänze und Musik mit ein. Dadurch flossen auch viele Elemente ihrer damals hoch entwickelten afrikanischen Kulturen mit in die Bewegungen ein.
Die Brasilianer bezeichnen Capoeira als ein Spiel, es wird gespielt und dabei lernt man seinen Gegner sozusagen mit einem Lächeln im Gesicht kampfunfähig zu machen oder ihm auszuweichen. Die beiden Spieler führen einen ständigen Dialog aus Offensiv- und Defensivbewegungen aus. Diese Bewegungen gehen alle fließend ineinander über und werden, je nach Geschmack und Professionalität, durch Akrobatik und Kreativität der Spieler ergänzt. Es gibt bei diesen Spielen keinen direkten Verlierer oder Gewinner. Den Vorteil, den Capoeira gegenüber den meisten anderen Kampfsportarten hat ist der, dass sie sehr vielseitig ist. Es gibt einmal den sportlichen Teil, dann gibt es die Musik, d.h. es werden Lieder gesungen und Instrumente gespielt und dann ist noch der kulturelle Teil zu nennen. Man lernt durch die Ausübung dieser Sportart auf jeden Fall einiges über Brasilien und seine Sitten und Gebräuche, und da alle Lieder auf Portugiesisch (der Brasilianischen Landessprache) gesungen werden lernt man automatisch auch etwas Portugiesisch, wobei das natürlich auch vom persönlichen Interesse und der Begabung abhängt.
Diese Bereiche der Capoeira gehen alle fließend ineinander über, d. h. sie lassen sich nicht vollständig voneinander trennen, aber man hat durchaus die Möglichkeit sich je nach Geschmack mehr dem einen oder anderen Bereich zu widmen.
Das eigentliche Spiel findet in der so genannten Roda (sprich Horda, port. für Kreis) statt. Während die Musik gespielt wird, bilden alle Teilnehmer einen Kreis und klatschen zur Musik den Rhythmus. Zwei Spieler knien sich vor den Instrumenten hin, geben sich die Hand und fangen an zu spielen. Durch die umherstehenden Personen, den Gesang und das Spielen der Instrumente wird eine gewisse Energie oder Atmosphäre aufgebaut, die die zwei Spieler in der Mitte unterstützt und motiviert.
Heutzutage hat sich Capoeira über die ganze Welt verbreitet, in Brasilien ist es ein fester Bestandteil der Kultur geworden und wird dort sowohl in Schulen wie auch beim Militär unterrichtet.
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